Google Survival: so überlebst Du das nächste Google Core Update

Ein Gastartikel von Jonas Malur / SEOLYMP

Google arbeitet beständig an der Optimierung seines Algorithmus und sorgt damit für Nervosität unter den Websitebetreibern. Vor allem bei jenen, die Rankings zu verlieren haben. Welche Anstrengungen sind insgesamt nötig, um für das nächste Core-Update gewappnet zu sein?

Für die Übersicht seien zum Einstieg die großen Bereiche kurz erläutert, die Du auf jeden Fall im Blick haben musst.

Technische SEOStruktur und Inhalte
Hier geht es darum zu überprüfen, ob Google deine Seite crawlen (auslesen) kann. Dazu müssen einige technische Parameter beachtet werden.Da Google URLs indexiert, ist die URL auch die Basiseinheit, die ein bestimmtes Thema behandelt. Da eine Website aber ein größeres Thema behandelt, stellt sich die Frage, welcher Aspekt auf welcher Seite behandelt wird und wie die Inhalte strukturell in Beziehung gesetzt werden.
UsabilityThemenkompetenz
Wie die Inhalte aufbereitet werden und ob sie für alle Endgeräte gut aufbereitet sind, ist eine Frage der Usability. Die User Experience ist das Ergebnis aus der Qualität der konsumierten Inhalte und der Art und Weise, wie sie konsumiert werden.Theoretisch kann jeder zu jedem Thema etwas sagen. Aber hast Du auch die Kompetenz, so dass man Dir deine Botschaften abnimmt? Wie zeigst Du deinen Besuchern, dass Du Ahnung vom Thema hast?

Seit 1997 ist Google als Suchmaschine online. Seitdem hat sich am Algorithmus viel getan. Wurden zu Beginn die Webseiten noch alle gleich bewertet, hat sich dies im Laufe von 2 Jahrzehnten massiv geändert. Die Suchmaschine erkennt heute Websitetypen und ordnet sie in ein bestimmtes Muster. Für jedes Muster existiert ein eigenes Bewertungsspektrum. Deswegen ist es auch nicht einfach damit getan, die Rankingfaktoren einzeln zu optimieren.

Was Du beachten solltest

Nun, zuallererst solltest du dir Gedanken machen, in welches grobe Muster du wohl fallen würdest mit deiner Webseite.

  • Welche Branche?
  • Handelt es sich um einen Shop? Eine Affiliate Seite? Einen Ratgeber?
  • Was ist das Hauptthema deiner Seite?

Exkurs: Das Hauptthema deiner Seite

Das Hauptthema ist in vielen Fällen einfach zu bestimmen. In manchen Fällen aber ist das sehr schwierig. So gibt es beispielsweise Labels, die unterschiedliche Produkte herstellen, die sich nicht in einem Branchenbegriff beschreiben lassen. Letztlich ist das Label selbst das Thema. Nur das Label ist unter Umständen unbekannt. In diesem Fall wird der organische Traffic kein relevanter Kanal sein. Es könnte eine Multi-Domain-Strategie helfen, um langfristig mehr organischen Traffic auf deine Seiten zu bringen als wenn du alle Produkte auf nur einer Domain bündelst.

Wenn du für deine Website ein Muster festgelegt hast, dann kannst du dich auch sehr leicht vergleichen mit anderen Webseiten. Womöglich gibt es nun gar nicht mehr so viel direkte Konkurrenz. Um das nächste Core-Update zu überleben, ist es entscheidend zu wissen, in welchem Kontext du dich eigentlich bewegst. Denn nur so weißt du auch, für welche Suchbegriffe du gefunden werden willst und welche Keywords du vor dem nächsten Google Update schützen willst.

Wie schütze ich meine Keywords vor dem nächsten Google Update?

Grundsätzlich gilt: Die Suchintention des Nachfragenden muss auf der SEO-Landingpage optimal bedient werden. Dazu gehören nicht nur die inhaltlichen Inhalte (ich denke mal das ist selbstverständlich), sondern auch:

  • Die Aufbereitung der Inhalte (Ist der Slider wirklich das Optimum?)
  • Die Reihenfolge der Inhalte (Sind die Inhalte logisch aufgebaut?)
  • Die Lesbarkeit der Inhalte (Schriftgröße 8 könnte zu klein sein)
  • Der Stil der Inhalte (Passt die Aufbereitung zur Zielgruppe?)
  • Die Einlösung des Snippet-Versprechens (Hältst du auch, was du im Snippet versprichst?)

Auch strukturell solltest du dir um deine wichtigsten Seiten Gedanken machen:

  • Ist die (so wichtige) Seite einfach über die Hauptnavigation zu erreichen?
  • Ist die Seite in die Websitehierarchie an der richtigen Stelle einsortiert?
  • Ist überhaupt die Websitehierarchie logisch aufgebaut und dem Hauptthema angemessen?

Es ist für den Erfolg zentral, dass die Webseite das gesamte Themenspektrum des Hauptthemas wiederspiegelt und zwar in Form des Webseitentyps. Also entweder als Shop in Form von Produkten oder als Ratgeber in Form von Informationen oder als Affiliate-Seite in Form von Ratschlägen und Empfehlungen.

  • Gibt es auf deiner Website eine Keywordkonkurrenz?

Du solltest für dein Keyword niemals zwei unterschiedliche Landingpages haben, denn wie soll sich Google entscheiden, welche Seite für die Suchanfrage oben ranken soll? Nun, Google müht sich, holt dabei erfahrungsgemäß nicht das Optimum für dich heraus. So wirst du im besten Fall mit beiden Seiten auf Seite 1 ranken, aber vermutlich nicht auf Position 1.

Wenn es auf deiner Seite viele Keywordkonkurrenzen gibt, dann wirst du das nächste Google Update bestimmt nicht überleben. Dazu zählen wir in diesem Beitrag auch den Duplicate Content, von dem Du bestimmt schon einmal gehört hast (gleicher Inhalt auf mehreren URLs).

Achte außerdem auf die bei Google indexierten Seiten, die du über den Sitebefehl abrufen kannst:

site:deine-domain

Je mehr nicht optimierte Seiten deiner Website im Google-Index sind, desto wahrscheinlicher wirst du das nächste Core-Update nicht überleben.

Nun gibt es Seitentypen wie Produktseiten, die erfahrungsgemäß wenig Einfluss auf dein Ranking haben, obwohl sie nicht optimiert sind. Das liegt daran, dass Google Produktseiten als Muster erkennt. Informative Seiten und Kategorieseiten, die von gewisser Bedeutung innerhalb der Seitenhierarchie sind, haben Einfluss und sollten optimiert sein. Dann klappt’s auch mit dem nächsten Update.

Wann ist eine Seite (URL) nicht optimal?

Wieder gibt es eine grundsätzliche und eine spezifische Seite der Medaille, um diese Frage zu beantworten:

Die grundsätzliche Seite der Medaille

Wenn das Thema „Herstellung von nachhaltigen Socken“ lautet, wie viel Expertise ist nötig, um dazu einen guten Beitrag zu schreiben? Wenn du ein Experte für das Thema bist, dann kannst du es im Beitrag demonstrieren, aber auch abseits des Beitrags könntest du deine Expertise mit Fakten untermauern. Ein Label für Nachhaltigkeit und gleichzeitig Hersteller von Bio-Baumwoll-Socken hat von Haus aus ein sehr hohes Level an Expertise.

Wenn jemand aus der Produktion selbst den Artikel schreibt, dann ist die Authentizität der Expertise gegeben. Wenn der Beitrag jedoch extern geschrieben wird, dann ist die Authentizität erstmal nicht gegeben. Als Publisher bist du am Zug deinen Leser zu zeigen wie du es mit Expertise und Authentizität hältst.

Schließlich stellt sich für den User die Frage, wie vertrauenswürdig deine Seite ist. Welchen Ruf hast du? Um das zu beantworten, analysiere das Erscheinungsbild deiner Webseite! Enthält sie Werbung, die ablenkt? Ist das Layout zeitgemäß und dem Thema in der Seriosität angemessen? Wie sieht dein Linkprofil aus? Wer verlinkt auf dich und verlinkst du vertrauenswürdige Seiten?

Expertise, Authentizität und Vertrauenswürdigkeit ergeben deine Reputation. Je schlechter deine Reputation, desto anfälliger bist du für das nächste Core-Update, auch wenn du tatsächlich ein Experte für dein Thema bist.

Die grundsätzliche Seite der Medaille ist auch unter dem Stichwort EAT bekannt und war in 2018 unter SEOs in aller Munde. In den Quality Guidelines von Google gibt es dazu einen ganzen Abschnitt (Punkt 3.2), den du dir im Original unbedingt durchlesen solltest.

Die spezifische Seite der Medaille

Du kannst ad hoc nicht beeinflussen, ob du Experte für ein bestimmtes Thema bist und ob deine Seite vertrauenswürdig ist. Dies ist ein langer Prozess auch auf persönlicher Ebene. Was du direkt beeinflussen kannst, ist:

  • Mit etwas Arbeit und Recherche den Hauptinhalt der Seite erstellen
  • Einen Zusammenhang herstellen zwischen dem Thema der Seite und Webseitenzweck. Also warum schreibst du eigentlich über nachhaltige Sockenproduktion?
  • Suchintention und Inhalt der Landingpage zusammenbringen
  • Prüfen, ob du Werbung im übertriebenen Maß einsetzt.
  • Sicherstellen, dass du die nötigen Informationen über dich und deine Website bereitstellst (Impressum, Über Uns Seite, Autor des Beitrags, Quellen etc.)

Die technische Komponente deiner Webseite im Blick halten

Crawling und Indexierung

Google crawlt deine Seite. Das heißt, du solltest ihm Zugang geben zu allen Ressourcen deiner Seite. Es gibt wenigstens 3 Stellschrauben, die verhindern können, dass deine Webseite gecrawlt werden kann:

  • In der robots.txt
  • Auf URL-Ebene mittels robots-Metatag
  • Auf URL-Ebene via http Header

Die robots.txt liegt im Rootverzeichnis und du kannst sie direkt im Browser aufrufen:

deine-domain/robots.txt

Wenn hier Verzeichnisse aufgelistet sind, könnte es sein, dass zum Rendern wichtige Ressourcen unzugänglich sind. Über die Google Search Console kannst du prüfen, ob notwendige Ressourcen gesperrt sind.

Auf URL-Ebene findest du im Quellcode für jede URL den Befehl <meta name=“robots“> mit den Standardwerten index und follow.

Steht hier aber „nofollow“, so wird der Googlebot den Links auf der Seite nicht folgen. Trifft das dann auf alle URLs zu, kann Google deine Seite einfach nicht crawlen.

Ebenso verhält es sich mit dem HTTP-Header. Wenn dort „nofollow“ steht, geht’s einfach nicht. Zum Überprüfen nutze ein HTTP-Header-Tool wie das von webconfs.com oder den Inspector deines Browsers (ich nutze Chrome, da geht es auf jeden Fall).

Das index bzw. noindex weist Google an, ob die URL indexiert oder eben nicht indexiert werden soll. Dies kann auf URL-Ebene gesetzt werden. Google kann deine URL natürlich nur dann indexieren, wenn der Crawler auch auf die URL gelangt. Steht deine Domain also komplett auf nofollow, ist klar, dass deine Website nicht indexiert werden kann. Aber viel schlimmer ist, dass sie nicht einmal gecrawlt werden kann.

Usability und Erreichbarkeit

Ob deine Webseite für alle Endgeräte bedienbar und erreichbar ist, hängt auch von deiner Webseite ab. Sie sollte für Mobilgeräte optimiert sein und eine gute Ladezeit aufweisen. Nichts ist nerviger als ein viel zu lange ladende Seite. Du musst nicht bis ins Detail jedes Potential ausschöpfen, aber ein gutes Caching, Komprimierung und eine schlanke Website (Ressourcen, die zum Laden notwendig sind wie Bilder, CSS und Javascript) sind essenziell, damit Besucher am Handy nicht verhungern.

Zu einer guten Usability gehören aber auch ein paar Standards wie die Erreichbarkeit und Nutzbarkeit der Navigation. Impressum und AGB dürfen im Footer auf Mobilgeräten nicht eingeklappt sein. Datenschutzrichtlinien sollten ebenfalls umgesetzt sein. Ein in der Regel kostenfreies SSL-Zertifikat ist mittlerweile ebenfalls zum Webstandard geworden, selbst für reine Informationsseiten.

Es sind diese Standards, die Google automatisiert überprüft.

Zur Erreichbarkeit einer Website und URL gehört auch der Statuscode, den dein Server bei Abfrage ausgibt. Dieser sollte in der Regel „200“ lauten, was so viel bedeutet, dass die Anfrage erfolgreich verarbeitet wurde und eine positive Antwort vom Server gesendet wurde. Eine Übersicht über alle Statuscodes findest du in der Wikipedia.

Grundsätzlich gilt: Eine Optimierung des technischen Zustands einer Website lohnt sich nicht immer. Wenn eine Seite gut gecrawlt werden kann und die Ladezeiten im Wettbewerbsvergleich akzeptabel (im oberen Drittel) sind, dann erscheint angesichts anderer Rankingkriterien wie Suchintention, Struktur und Reputation eine technische Optimierung zu teuer. Der technische Zustand darf nicht dazu führen, das Google deine Seite nicht effektiv crawlen kann oder dass die Ladezeiten zu Abbrüchen führen. Eine Feinoptimierung hat nicht die oberste Priorität.

Fazit: Keine Checkliste!

Wenn du eine Checkliste erwartet hast, dann bist du wahrscheinlich jetzt enttäuscht. Vor einem Google Core-Update kann man sich eben nur bestmöglich wappnen, nicht aber abschirmen. Selbst eine gut optimierte Affiliate-Seite kann bei einem Update neu bewertet werden und viele wichtige Rankings verlieren. Wer die Hinweise in diesem Beitrag aber beherzigt, wird in Summe aller zukünftigen Core-Updates öfter als Winner denn als Looser hervorgehen.

Konzentriere dich auf dein Thema und den Kontext, in dem du deine Seite positionierst. Denke beim Aufsetzen und Optimieren einzelner Seiten stets an deine Zielgruppe und ihre Erwartungshaltung. Im Zweifel recherchiere die Suchintention und baue eine Seite, die sich gewaschen hat! Arbeite an deiner Reputation und setze deine Expertise in Szene. Google wird deine Seite lieben, weil deine Besucher sie ebenso lieben.

Google Survival: so überlebst Du das nächste Google Core Update
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